Aufgrund persönlicher Erfahrungen bin ich mir seit vielen Jahren der Wichtigkeit des Themas „Darmgesundheit“ bewusst. Bei meinen europaweiten Vortragsabenden sehe ich, dass es von Jahr zu Jahr besser gelingt, Ärzte, Apotheker und auch die Medien davon zu überzeugen, dieser Thematik mehr Beachtung zu schenken. Doch das Ausmaß der Probleme, die durch ungesunde Ernährung, Stress und unzureichendes Wissen entstehen, steigt in noch viel höherem Maße. Deshalb wurde im Jahr 2009 durch die Österreichische Gesellschaft für Probiotische Medizin (ÖPROM) die Fachakademie für Darmgesundheit gegründet. Basierend auf dem Wissen aus Forschung, Klinik und dem Praxisalltag, das in der ÖPROM lebendig praktiziert wird, haben wir unterschiedliche, in sich abgeschlossene Fortbildungsmodule geschaffen, die sowohl der Prävention als auch der Therapie breiten Raum geben.

Mag. Anita Frauwallner | Präsidentin OePROM

Besonderes Augenmerk auf den Verdauungstrakt im Rahmen der „Akademie für Darmgesundheit“ zu legen, ist wohl aus verschiedenen Gründen angezeigt. Natürlich liefert der Gastrointestinaltrakt durch eine physiologische Verdauung die Nährstoffe für Wachstum und Funktionserhaltung unseres Organismus. Der Darm hat aber noch viele weitere Fähigkeiten und Aufgaben. Bei der Nahrungsaufnahme und Verdauung ist eine große Schleimhautoberfläche (ausgebreitet mehrere hundert Quadratmeter) der Außenwelt gegenüber exponiert. Aggressive Bakterien und Viren, sowie unwillkommene Antigene der verschiedenster Art gilt es abzuwehren und fern zu halten. Es ist daher nicht zufällig, dass unser Körper den größten Anteil unseres Immunsystems im Darm lokalisiert hat. Dieses Immunsystem steht in Interaktion mit einer unvorstellbar großen Bakterienwelt im Darm, unserer „Microbiota“ mit etwa 10 14 Bakterien, zehnmal mehr als wir Zellen im gesamten Körper haben.

Univ. Prof. Dr. Günter Krejs | Vice-Präsident OePROM